Dienstag, 27. September 2011

Kritikerinnenseminar beim Theaterfestival Szene Bunte Wähne

Vergangenes Wochenende (23.-25.9.2011) bin ich kurzfristig als Leiter des Kritikerinnenseminars in Horn (Waldviertel, NÖ) eingesprungen. Bei den Lectures befassten wir uns, was eine Kritik prinzipiell beinhalten soll/darf, wie man eine Kritik aufbaut und dergleichen bis hin zum Themenblock digitale Medien wie Podcast/Vodcast, aber auch das Verfassen von Twitterkritiken. Die (allesamt sehr schreibtalentierten) Teilnehmerinnen haben dann anhand einiger gesehener Theaterstücke ihre ersten Kritiken verfasst - nachzulesen bei Szene Bunte Wähne bzw. im Twitter-Account von Kulturwoche.at. Und für alle, die noch nie beim Theaterfestival Szene Bunte Wähne waren: Gelegenheit dazu gibt es noch bis 1. Oktober an diversen Spielorten in Horn, Langenlois, Krems und St. Pölten. Zu sehen gibt es Theaterstücke für junge (und jung gebliebene) Menschen von 2+ bis 16+. Großartige Stücke wie das spektakuläre und aberwitzige "Nachbar auf Urlaub" (siehe Foto und Kurzvideo), das soziopolitische "HeldInnen", das zwischen Wahnsinn und Normalität ausformulierte "In mir ist ein Tornado" oder die slapstickhafte Artistik-Jonglage in "M2 - Meter zum Quadrat" zeigten auf, wie vital und abwechslungsreich diese Szene ist.
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Dienstag, 20. September 2011

Saxophone Affairs mit dem KämmerchenOrchester

Mir ein Konzert von Daniela Krammer und ihren Saxophone Affairs anzuhören/-schauen nehme ich mir eigentlich schon seit langem vor, am 23.9.2011 sollte es endlich klappen. Da spielt die Saxofonistin mit zwei verschiedenen Partien im Porgy & Bess (Beginn: 20:30 Uhr) mit den erwähnten Saxophone Affairs und mit dem KämmerchenOrchester.

Ein Saxophon, eine Geige und ein Kontrabass als kleinstmögliche Form der modernen Kammermusik ist das musikalische Konzept vom KämmerchenOrchester.

Die Grenzen aufheben zwischen Bebop und Pop, zwischen Disco und Swing, zwischen Rhumba und Funk, oder auch mal die "Yardbird Suite" von Charlie Parker in einen Tango transformieren, ist wiederum die musikalische Idee der Band Saxophone Affairs rund um Saxofonistin und Sängerin Daniela Krammer.

Das KämmerchenOrchester
Daniela Krammer: alto-, soprano saxophone, vocals
Pavel Shalman: violine
Karl Sayer: bass
Petra Dinhof: vocals

Saxophone Affairs
Daniela Krammer: alto-, soprano saxophone, vocals
Monika Etzelt: piano
Karl Sayer: bass
Oliver Krammer: drums

Sonntag, 18. September 2011

Interview mit Katrin Schurich

Regisseurin und Schauspielerin Katrin Schurich zeigt mit "Villa Dolorosa: Drei missratene Geburtstage" in einer Eigenproduktion von Kosmos Theater Wien, eine böse Komödie von Rebekka Kricheldorf frei nach Tschechows "Drei Schwestern" über eine Generation, die inmitten ihrer Möglichkeiten verzweifelt. Im Interview spricht Katrin Schurich über das Stück, aber auch von ihrer Arbeitsweise und was sie als Regisseurin bewegt. 

Weitere Vorstellungen:

21., 22., 23., 24., 28., 29., 30. September
und 1. Oktober 2011
Beginnzeit: jeweils 20 Uhr

Tender Son - Das Frankenstein Projekt

Basierend auf den Schauerroman Frankenstein oder Der moderne Prometheus von Mary Shelley inszenierte der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó bereits vor einigen Jahren das Theaterstück "Tender Son - Das Frankenstein Projekt", das auch bei den Wiener Festwochen 2009 zu sehen war. Nun gibt es von Mundruczó den Kinofilm dazu (Kinostart: 23.9.2011 exklusiv im Wiener Metro Kino). Er ist dabei nicht nur Regisseur, sondern auch als Schauspieler zu sehen. "Ich habe die Herausforderung genossen", so Mundruczó, "aber schlussendlich möchte ich nicht noch einmal in meinem eigenen Film mitspielen, weil es zu kompliziert war, gleichzeitig mit dem Schauspiel und der Regie herumzujonglieren." Die Handlung angesiedelt hat der Regisseur in der Gegenwart. Wir sehen ein düsteres Budapest, als Hauptort dient ein zerfallendes Gebäude mit einem ringförmigen Flur, das an ein Gefängnis erinnert. Mundruczó: "Dieses zerfallende Gebäude, verdammt dazu, schließlich in die Vergangenheit hinein zu verschwinden, stellt ein starkes Bild des gegenwärtigen Budapest und Ungarns im Allgemeinen dar." Das Frankenstein Motiv ist im Film stark spürbar, quasi allgegenwärtig, Mundruczó machte aus Shelleys Stoff allerdings eine Nachdichtung, wer sich also das typische Monster früherer Frankenstein-Verfilmungen, z.B. in der Person von Boris Karloff, erwartet, wird angenehm enttäuscht werden. Im Mittelpunkt steht nämlich ein netter 17-jähriger Junge ohne Vergangenheit, der immer nach den Regeln seiner eigenen Welt lebt, egal, ob er jemanden küsst oder tötet. Hinzu kommt die klassische Aufarbeitung einer Vater-Sohn-Geschichte. Ko-Autorin Yvette Bíró: "Was bedeutet diese Geschichte und ihr Konflikt für uns heute? Es war von Anfang an klar, dass der Kern des Dramas die Unschuld des so genannten Monsters ist. Wir stellten uns einen kleinen Jungen vor, der alleine gelassen zu einem 'Wolfskind' wird. So wird die Verantwortlichkeit des Vaters/des Schöpfers noch gewichtiger." Die Theatralik des Films lebt von der präzisen Inszenierung und noch mehr von den stilisierten Bildern, um die 'Wahrheit' des Tötens innerhalb der Geschichte voran zu tragen. Unbedingt anschauen!



Film-Tipp:
Tender Son: Das Frankenstein Projekt
Regisseur: Kornél Mundruczó
Filmverleih: POOOL (2011)
Kinostart: 23.9. exklusiv im Metrokino, Wien
GEWINNSPIEL!


Wer war Frankenstein?


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