
Basierend auf den Schauerroman Frankenstein oder Der moderne Prometheus von Mary Shelley inszenierte der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó bereits vor einigen Jahren das Theaterstück "Tender Son - Das Frankenstein Projekt", das auch bei den Wiener Festwochen 2009 zu sehen war. Nun gibt es von Mundruczó den Kinofilm dazu (Kinostart: 23.9.2011 exklusiv im Wiener Metro Kino). Er ist dabei nicht nur Regisseur, sondern auch als Schauspieler zu sehen. "Ich habe die Herausforderung genossen", so Mundruczó, "aber schlussendlich möchte ich nicht noch einmal in meinem eigenen Film mitspielen, weil es zu kompliziert war, gleichzeitig mit dem Schauspiel und der Regie herumzujonglieren." Die Handlung angesiedelt hat der Regisseur in der Gegenwart. Wir sehen ein düsteres Budapest, als Hauptort dient ein zerfallendes Gebäude mit einem ringförmigen Flur, das an ein Gefängnis erinnert. Mundruczó: "Dieses zerfallende Gebäude, verdammt dazu, schließlich in die Vergangenheit hinein zu verschwinden, stellt ein starkes Bild des gegenwärtigen Budapest und Ungarns im Allgemeinen dar." Das Frankenstein Motiv ist im Film stark spürbar, quasi allgegenwärtig, Mundruczó machte aus Shelleys Stoff allerdings eine Nachdichtung, wer sich also das typische Monster früherer Frankenstein-Verfilmungen, z.B. in der Person von Boris Karloff, erwartet, wird angenehm enttäuscht werden. Im Mittelpunkt steht nämlich ein netter 17-jähriger Junge ohne Vergangenheit, der immer nach den Regeln seiner eigenen Welt lebt, egal, ob er jemanden küsst oder tötet. Hinzu kommt die klassische Aufarbeitung einer Vater-Sohn-Geschichte. Ko-Autorin Yvette Bíró: "Was bedeutet diese Geschichte und ihr Konflikt für uns heute? Es war von Anfang an klar, dass der Kern des Dramas die Unschuld des so genannten Monsters ist. Wir stellten uns einen kleinen Jungen vor, der alleine gelassen zu einem 'Wolfskind' wird. So wird die Verantwortlichkeit des Vaters/des Schöpfers noch gewichtiger." Die Theatralik des Films lebt von der präzisen Inszenierung und noch mehr von den stilisierten Bildern, um die 'Wahrheit' des Tötens innerhalb der Geschichte voran zu tragen. Unbedingt anschauen!Film-Tipp:
Tender Son: Das Frankenstein Projekt
Regisseur: Kornél Mundruczó
Filmverleih: POOOL (2011)
Kinostart: 23.9. exklusiv im Metrokino, Wien
GEWINNSPIEL!
Wer war Frankenstein?
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